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AFRIKANISCHE SCHWEINEPEST, DAS VIRUS

Das Virus der Afrikanischen Schweinepest hat seinen Ursprung in afrikanischen Ländern.

Hier sind vor allem Warzenschweine betroffen, die jedoch nicht erkranken.

Nach Europa wurde das Virus wahrscheinlich über die Entsorgung infektiöser Lebensmittelabfälle eingeschleppt, zu denen Wildschweine Zugang hatten.

 

Die Infektion mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) führt sowohl bei Haus- als auch bei Wildschweinen zu schweren Erkrankungen, die fast immer tödlich verlaufen.

Die Afrikanische Schweinepest ist anzeigepflichtig und kann klinisch nicht von der klassischen Schweinepest (KSP) unterschieden werden.

Derzeit ist kein Impfstoff gegen die ASP verfügbar. Da die Ansteckung hauptsächlich über Blut, bluthaltige Flüssigkeiten und bluthaltiges Gewebe erfolgt, breitet sich die Infektion oft nur sehr langsam aus.

Für eine Ansteckung reichen jedoch schon sehr geringe Blutmengen aus.

 

Das ASP-Virus ist außerordentlich resistent gegen Umweltfaktoren und daher schwer zu bekämpfen. 

 

 Die Lebensdauer des ASP-Virus (Höchstwerte):

* 3 Stunden bei 50° C Erhitzung

* 5 Wochen in gekühltem Fleisch

* 6 Wochen in konserviertem Schinken

* 70 Tage in Blut (Raumtemperatur)

* 18 Monate in gekühltem Blut

* viele Jahre in gefrorenen Schlachtkörpern.

 

Die Ausbreitung der Viren

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist in vielen Ländern Afrikas südlich der Sahara endemisch.

Seit 2007 breitet sie sich auch in Wildschweinpopulationen in vielen Regionen Osteuropas aus, (Ungarn, Polen, baltische Staaten, Moldawien, Rumänien, Bulgarien, Belarus, Russische Föderation, Ukraine, Georgien, Armenien und Aserbaidschan). 

In vielen Fällen waren in diesen Ländern auch Hausschweinbestände mit der ASP infiziert.

 

Im September 2018 wurde das Virus in Wildschweinbeständen in Belgien und im November 2019 in Westpolen, weniger als 50 km von der deutschen Grenze entfernt, nachgewiesen.

 

Die ASP-Infektionen in diesen Ländern werden durch Virusstämme verursacht, die von einem Virus des Genotyps 2 abstammen, das 2007 in Georgien eingeschleppt wurde.

In einigen Fällen breitet sich die Infektion in den betroffenen Ländern massiv aus.

 

Auf der italienischen Insel Sardinien tritt die Afrikanische Schweinepest schon seit Jahrzehnten auf.

Der dortige Ausbruch wird durch einen anderen Virusstamm (Genotyp 1) verursacht und steht daher nicht im Zusammenhang mit den oben genannten Ausbrüchen.

 

In Deutschland wurde die ASP bei Hausschweinen in Brandenburg im Juli 2021 und in Mecklenburg-Vorpommern im November 2021 amtlich festgestellt. Es folgten ein weiterer Fall in einem Hausschweinebetrieb in Baden-Württemberg im Mai 2022 und zwei weitere in Niedersachsen und Brandenburg im Juli 2022.

 

Das klinische Bild

Das klinische Bild der ASP ist unspezifisch (hohes Fieber, Appetitlosigkeit, respiratorische und gastrointestinale Symptome, Hautverfärbungen, Bewegungsstörungen, Festliegen) und kann mit vielen anderen Infektionskrankheiten bei Schweinen verwechselt werden.

Der Tod tritt in der Regel innerhalb von 7-10 Tagen nach Ausbruch der Krankheit ein.

Eine eindeutige Diagnose kann nur im Labor gestellt werden.

Daher sollten Sie sich sofort mit Ihrem Tierarzt in Verbindung setzen, wenn der Bestand durch stark fiebrige Tiere und erhöhte Sterblichkeit gekennzeichnet ist.

Eine frühzeitige Probenahme mit Ausschlussdiagnostik im Labor könnte eine Erkrankung schnell aufdecken und eine mögliche Epidemie schnell eindämmen.

 

Derzeit gibt es keine Impfung gegen die ASP.

Daher ist die Vorbeugung gegen ASP der wichtigste Ansatz. 

 

Übertragung

Die ASP wird entweder durch direkten Kontakt von Tier zu Tier oder indirekt durch Kontakt mit virusinfizierten Personen, Kleidung, Futtermitteln, Schlachthof-/Lebensmittelabfällen, Lebensmitteln, Gülle/Mist und anderen Ausrüstungen oder Fahrzeugen (Viehtransporter) übertragen. 

Eine große Ansteckungsgefahr geht insbesondere vom Blut infizierter Tiere oder von Gegenständen aus, die mit infiziertem Blut kontaminiert sind.

 

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) veröffentlichte einen englischsprachigen Lehrfilm mit dem Titel

 

"African Swine Fever:  how to stay one step ahead" 

("Afrikanische Schweinepest: Wie man einen Schritt voraus bleibt")