Deutschsprachige Projekte Wiederkäuer 2026
Juni 2026
Arbeitsbesuch in Brandenburg bei der Milsana Handels- & Produktionsgesellschaft mbH, Deutschland
Zweitägiges Inhouse-Training „Low Stress Stockmanship“ für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Milsana Handels- & Produktionsgesellschaft mbH in 15518 Steinhöfel. Der moderne Milchviehbetrieb (Eigentum von Frederik M. Zijlstra / Erik Zijlstra) zählt rund 1.600 Milchkühe und 180 Färsen, die in drei modernen Ställen gehalten werden.
Rudi Breitsma leitet die rund 34 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und führt die Milchviehställe mitsamt der täglichen Milchproduktion.
Im Mittelpunkt dieser Schulungstage stand, den Mitarbeitenden bewusst zu machen, dass Rinder ihre Umwelt anders wahrnehmen als Menschen. Zudem habe ich erklärt und in der Praxis demonstriert, wie man damit im Arbeitsalltag stressarm für Mensch und Tier umgehen kann. Denn Themen wie Arbeitssicherheit, Tierwohl und Effizienz werden bei der Milsana Handels- & Produktionsgesellschaft mbH großgeschrieben.
Quelle: Fotos: Ronald Rongen
Juni 2026
Zweitägige Inhouse-Fortbildung für Mitarbeiter*innen im Tierzuchtgut Heinersdorf GbR in 15518 Steinhöfel OT Heinersdorf, Deutschland.
Dieser Milchviehbetrieb hält etwa 1.500 Milchkühe (inklusive Färsen und Nachzucht). Es ist ein Familienunternehmen, das gemeinsam von Frederik Meint Zijlstra, Karina Zijlstra sowie Stefan und Saskia Zijlstra geführt wird.
Auf dem Programm stand eine Mitarbeiterschulung zum Thema „Stressarmer Umgang mit Rindern auf dem Milchviehbetrieb“, denn Tierwohl wird im Tierzuchtgut Heinersdorf GbR großgeschrieben. Während der Praxisübungen wurde insbesondere das Umstallen von abkalbenden Milchkühen ausführlich thematisiert. Auf diesem Betrieb wird nach dem System „Just-in-Time“ (JIT) Calving gearbeitet.
Just-in-Time (JIT) Calving ist eine Herdenmanagement-Strategie, bei der trächtige Kühe in ihren gewohnten sozialen Gruppen gehalten und erst wenige Stunden vor der Geburt – typischerweise zu Beginn der Wehen oder wenn die Klauen des Kalbes bereits sichtbar sind – in eine Einzel-Abkalbebox gebracht werden. Bei diesem System sind eine lückenlose Überwachung sowie ein sicheres, artgerechtes und effizientes Umstallen der abkalbenden Kuh entscheidend.
Da auf diesem Betrieb täglich mehrere Kühe abkalben, konnte ich den Mitarbeiter*innen in der Praxis perfekt zeigen, wie eine abkalbende Kuh nach der LSSE-Methode ruhig in den Abkalbestall geleitet werden kann.
Quelle: Fotos: Ronald Rongen
Juni 2026
Training „Low Stress Stockmanship“ bei der Stadtgüter Berlin Nord KG (Gut Albertshof) in 16321 Rüdnitz, Ortsteil Albertshof, Deutschland.
Ziel war eine Inhouse-Schulung der Mitarbeiter*innen, die täglich circa 2.000 Milchkühe und 1.700 Jungrinder versorgen.
Das zentrale Thema lautete: Wie gehe ich möglichst stressarm mit den Rindern um und wie kann ich Störfaktoren aus Sicht der Tiere berücksichtigen?
Da das Team nicht nur aus deutschsprachigen, sondern auch aus ukrainischen Mitarbeitern besteht, wurden sowohl der theoretische als auch der praktische Teil ins Ukrainische übersetzt. Ein lehrreicher, unterhaltsamer und informativer Schulungstag zum Thema „Low Stress Stockmanship“ für alle Beteiligten.
Quelle: Fotos: Ronald Rongen
Juni 2026
Low-Stress-Stockmanship-Training auf dem Milchhof Tempelfelde KG in 16230 Sydower Fließ-Tempelfelde (Brandenburg, Deutschland)
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten sich während dieser internen Schulung zum Thema „Stressarmer Umgang mit Milchkühen“ von den Vorteilen der Low-Stress-Stockmanship-Methode direkt vor Ort überzeugen. Nach dem theoretischen Teil folgte eine praktische Demonstration – sowohl mit den rund 500 auf dem Betrieb gehaltenen Milchkühen als auch mit den Jungrindern. Zudem hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, das Gelernte direkt selbst anzuwenden.
Quelle: Fotos: Ronald Rongen
Juni 2026
DREI VERSCHIEDENE LOW-STRESS-STOCKMANSHIP-PRAXISTRAININGS IM FREISTAAT SACHSEN AUF DEM LEHR- UND VERSUCHSGUT „KÖLLITSCH“ IN 04886 ARZBERG, DEUTSCHLAND
Als Gastreferent leitete ich drei verschiedene Low-Stress-Stockmanship-Praxistrainings auf dem Lehr- und Versuchsgut „Köllitsch“. Das Tagesprogramm stellte das Thema „Stressarmer Umgang mit Schweinen, Mutterkühen und Schafen“ in den Mittelpunkt.
Die Kernfrage lautete: Wie gelingt ein tiergerechter, sicherer und effizienter Umgang mit Nutztieren?
Dieses Thema rückt zunehmend in den Fokus des öffentlichen und fachlichen Interesses. Daher war es ein großer Gewinn, dass diese Praxistrainings und Seminare für die verschiedenen Zielgruppen gebündelt an einem Standort in Köllitsch/Arzberg stattfinden konnten.
Während der Praxistrainings lernten die Teilnehmer*innen, wie sie durch Low Stress Stockmanship das natürliche Verhalten der Tiere gezielt nutzen können. Dies reduziert den Stress für die Tiere, erhöht die Sicherheit am Arbeitsplatz und optimiert die täglichen Betriebsabläufe.
Quelle: Foto: Lehr- und Versuchsgut Köllitsch
April 2026
ARBEITSBESUCH IN DER SCHWEIZ BEIM FORSCHUNGSINSTITUT FÜR BIOLOGISCHEN LANDBAU (FiBL) IN FRICK
Auf dem Programm standen drei Tage praxisorientiertes „Low Stress Stockmanship“ sowie Seminare für die Tierkategorien Milchvieh, Mutterkühe und Schweine.
Zu den Teilnehmern gehörten neben den Wissenschaftlern des FiBL auch Vertreter von Schlachthöfen und natürlich viele interessierte Landwirte. Sowohl den theoretischen als auch den praktischen Teil habe ich an die Schweizer Verhältnisse angepasst – schließlich liefere ich Maßarbeit.
Nicht nur die Denkweise und der Ansatz beim Thema „Umgang mit Nutztieren und Natur“ sind in der Schweiz anders, auch die Rinder und Schweine reagieren anders auf den Menschen und dessen Verhalten.
Low Stress Stockmanship basiert auf dem rechtzeitigen Erkennen von Tiersignalen und der richtigen Reaktion darauf. Auf dieser Grundlage lässt sich selbst die dominanteste und mit imposanten Hörnern ausgestattete Milchkuh einfach, sicher und effizient bewegen.
Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) ist eines der weltweit führenden Institute im Bereich der biologischen Landwirtschaft.
Mit einem starken Fokus auf interdisziplinäre Forschung zeichnet sich das FiBL durch die enge Zusammenarbeit mit Landwirten und der Lebensmittelindustrie aus, um innovative Lösungen zu entwickeln. Dieser Ansatz legt großen Wert auf praxisnahe, lösungsorientierte Entwicklungsprojekte sowie einen schnellen Wissenstransfer von der Forschung in die landwirtschaftliche Praxis. Neben der angewandten Forschung konzentriert sich das FiBL auf Beratungsleistungen, Schulungsprogramme und die Wissensvermittlung durch Studien, Fachbroschüren, Fachbücher und Websites.
Quelle: Fotos: Anna Jenni (FiBL)
März 2026
DMK - DEUTSCHES MILCHKONTOR GmbH: WORKSHOP ZUM THEMA „RICHTIGER UMGANG MIT DEN JÜNGSTEN“ (ERFOLGREICHE KÄLBERAUFZUCHT – Wie weiß ich, dass meine Kälberaufzucht gut ist?)
Die DMK ist eines der größten Molkereiunternehmen in Deutschland und war Organisator für eine Gruppe hochmotivierter und interessierter Milcherzeuger*innen, die alle an die DMK liefern.
Die Kälberaufzucht legt den Grundstein für die zukünftige Leistung einer Milchkuh.
Alle Teilnehmer*innen erhielten unter anderem Antworten auf die Frage, warum das Jugendwachstum beim Kalb (insbesondere in den ersten sechs Wochen nach der Geburt) für die Lebensleistung der späteren Kuh so entscheidend ist.
Nachfolgend eine kleine Auswahl weiterer Themen, die von mir ausführlich behandelt wurden:
Quelle: Foto: Ronald Rongen
März 2026
AUF GESCHÄFTSREISE IM BUNDESLAND MECKLENBURG-VORPOMMERN
Diesmal stand bei mehreren großen Rinderbetrieben ein Praxistraining zum Thema „Stressarmer, sicherer Umgang und Haltung von Bullen, Kälbern, Fressern sowie Mutterkühen“ auf meinem Programm.
Im Auftrag der Q-Feeling GmbH (Tierarztpraxis für Große Wiederkäuer) war ich von Ferdinandshof bis nach Kremmen unterwegs.
In einigen Wochen folgt meine zweite Geschäftsreise durch den Osten Deutschlands, erneut zusammen mit der Q-Feeling GmbH. Geplant sind dann weitere Praxisseminare zum Thema „Low Stress Stockmanship“ auf mehreren milchviehhaltenden Großbetrieben. Mit der Q-Feeling GmbH gehen auch hier Tierwohl und Arbeitseffizienz Hand in Hand.
Quelle: Foto: Ronald Rongen und Q-Feeling GmbH
März 2026
Am 5. März 2026 erhielt ich (völlig unerwartet) den „Jan-Voordouw-Preis für Humanen Fortschritt“ aus den Händen von Lesley Moffat, Gründerin und Direktorin der internationalen Tierschutzorganisation Eyes on Animals.
Grund dafür ist mein Engagement in der Bildungsarbeit zum Thema Tierwohl in der Kälberhaltung.
Die Verleihung fand im Rahmen der „International Calf-at-Foot Dairy Farmers Conference“ (Internationale Konferenz zur kuhgebundenen Kälberaufzucht in der Milchviehhaltung) im niederländischen Lievelde statt. Die Organisation dieser Konferenz lag in den Händen von „Kalverliefde“ und „Eyes on Animals“.
Die rund 65 teilnehmenden Milchviehhalter*innen, Wissenschaftler*innen, Tierärzte und Tierärztinnen sowie Tierschutzorganisationen tauschten in Vorträgen, Gesprächen und einer Podiumsdiskussion ihre Erfahrungen zum Thema kuhgebundene Kälberaufzucht in der Milchviehhaltung aus.
Anschließend wurden verschiedene Milchviehbetriebe in den Niederlanden besucht.
Gegner dieses Haltungssystems argumentieren unter anderem, dass diese Art der Milchviehhaltung praktisch nicht umsetzbar oder sogar unverantwortlich sei. Jeder darf seine Meinung äußern, daran ist nichts auszusetzen. Nach meiner Meinung gefragt, bin ich der Ansicht, dass ein respektvoller Umgang mit und zwischen Menschen und Tieren immer die Grundvoraussetzung sein sollte.
So auch hier. Jede Aktion des Menschen führt zu einer Reaktion, sowohl beim Menschen als auch beim Tier. Darauf basiert ebenfalls die Low-Stress-Stockmanship-Methode.
Meine Reaktion auf die Verleihung des „Jan-Voordouw-Preises für Humanen Fortschritt“:
Ich kannte Jan persönlich und habe mit ihm zusammengearbeitet. Am 7. November 2024 ist Jan leider an Krebs verstorben. Als Metzger in den Niederlanden teilte er sein Mitgefühl, sein Wissen und seine Kompetenzen im Hinblick auf den respektvollen Umgang mit Tieren stets mit großer Hingabe und nüchternem Realitätssinn. Darüber hinaus setzte er sein Wissen und seine Fachkompetenz ehrenamtlich bei „Eyes on Animals“ ein. Damit wollte er einen respektvollen Umgang mit Tieren fördern und humane Methoden im In- und Ausland an Orten mit dringendem Bedarf verbreiten. Er war nicht nur eine große Persönlichkeit, sondern auch ein Mensch mit einem großen Herzen für Mensch und Tier.
Jan stieß Aktionen an, die immer eine Reaktion hervorriefen. Jans Vermächtnis lebt weiter!
Quelle: Foto: Ronald Rongen
Februar 2026
MITGLIEDERVERSAMMLUNG DES BUNDESVERBANDES DER KÄLBERMÄSTER e.V.
Am 26. Februar 2026 fand im Hotel Stegemann in 48369 Saerbeck die Mitgliederversammlung des Bundesverbandes der Kälbermäster e.V. statt.
Der Saal war vollständig gefüllt mit begeisterten und interessierten Kälbermästern aus Deutschland und den Niederlanden.
Neben diversen organisatorischen Themen des Bundesverbandes der Kälbermäster standen drei Referenten auf dem Programm:
Prof. Marc Boelhauve, Dekan des Fachbereichs Agrarwirtschaft an der Fachhochschule Südwestfalen, zum Thema: „Antibiotikareduktion und Datentransfer: Milchvieh- und Mastbetriebe besser abstimmen“
Prof. Martin Kaske, Kälbergesundheitsdienst Schweiz: „Kälbergesundheit durch Impfen stärken: Chancen und Herausforderungen beim Mastkalb“
Ronald Rongen, Low Stress Stockmanship Europe: „Tierwohl im Kälberstall: Kälbersignale richtig erkennen“
Es war mir eine Ehre, mit meinen internationalen Kollegen zusammenzuarbeiten. Der rote Faden „Tierwohl“ wurde in allen drei Referaten ausführlich besprochen, und die Resonanz der Zuhörer*innen war überwältigend.
Nach Abschluss der Mitgliederversammlung kam der Geschäftsführer einer Kälbersammelstelle für Kälberhandel auf mich zu. Er berichtete mir, dass er anlässlich meines Referates über den Einfluss von Farben auf das Verhalten von Kälbern die Innenbeleuchtung seiner Kälbertransportfahrzeuge auf ein anderes Licht umstellt.
„Wir sind das Bindeglied zwischen den regionalen Viehhändlern und den Kälbermästern im In- und Ausland, daher nehmen wir das Tierwohl sehr ernst“, so seine Aussage.
Quelle: Foto: Ronald Rongen